Schach-Bezirksoberliga (BOL) 2. Spieltag: Winsen (Luhe) gegen Winsen (Aller) - Kein Durchblick
Die 2. Runde der BOL brachte für die SG Allertal (MTV „Fichte“/SK Hambühren) keine neuen Erkenntnisse in Sachen Abstiegskampf. Man fischt weiter im Trüben.
Die Anreise nach Winsen(Luhe) verlief an diesem trüben Sonntag (dickste Suppe) erstaunlich problemlos und auch im Spielsaal lief zunächst alles nach Plan. Die schnellen Remisen von Bernd Hollstein (Brett 3) und Slavko Krneta (Brett 5) sorgten für Sicherheit, an allen anderen Brettern ging man optimistisch zu Werke. Als sich Dr. Jahns an Brett 7 anschickte, den ersten vollen Punkt einzufahren, lag sogar eine Überraschung im Bereich des Möglichen. Doch dann kam alles ganz anders…
Anstatt mit einem Schachgebot für klare Verhältnisse zu sorgen, steuerte Dr. Jahns (bei bester Sicht) seine Partie zunächst in eine Nebelbank und dann sogar zielsicher auf Grund. Berthold Mitzko, der direkt neben ihm saß, wurde von dieser Entwicklung so geschockt, daß auch seine Partie urplötzlich aus dem Ruder lief. Statt eines Remisangebots, an dessen Formulierung er gerade arbeitete, konnte er nach einem Einschlag mitten in seine Königsstellung nur noch die Niederlage quittieren.
Etwas anders, aber mit dem gleichen Ergebnis, der Partieverlauf an den Brettern 4 und 6. Jörg Winter schickte, völlig untypisch für ihn, einige Bauern Richtung Mittellinie und mußte daraufhin dem Gegner gestatten, durch die Hintertür in seine Stellung einzufallen. Das kostete zunächst dem einen, später auch dem anderen Bauern und schließlich dem König das Leben. Bernd Bielstein machte es seinem Kontrahenten da wesentlich leichter. Er gab den Bauern gleich freiwillig in der Eröffnung (sollte man bei Nebel nicht machen!). Leider gab es dann bei der Rückgewinnung einige unvorhersehbare Schwierigkeiten …
Bei soviel nebulöser Schachtaktik konnten schließlich auch die guten Ergebnisse unserer Spitzenbretter nichts mehr reißen. Tobias Falk an Brett 1 machte das einzig Richtige bei den gegebenen Sichtverhältnissen und spielte eine solide Partie bis zur Punkteteilung. Sein Bruder Kristoffer (Brett 2) machte sogar noch ein wenig mehr. Er konterte seinen Gegner nach einigen Verirrungen überraschenderweise aus und sorgte so für den einzigen vollen Punkt für die Winser von der Aller.
Am Ende ein vielleicht etwas zu deutliches 5,5-2,5 für Winsen(Luhe). In 14 Tagen erwartet man nun Sottrum, das sich in der vergangenen Saison einen Namen als Favoritenschreck machen konnte. Nach dieser Begegnung wird man in Winsen klarer sehen, wohin die Reise gehen wird.
Text und Foto: B. Bielstein und Dr. Jahns


